Internationalisierung von KMU

Internationalisierung – wichtiger Erfolgsfaktor im globalen Wettbewerb

Herausforderungen für KMU: fehlende Planung und Ressourcen,
Große Unternehmen, insbesondere die sogenannten „global player“, haben die personellen und finanziellen Ressourcen, um die Kompetenzen und Potenziale verschiedener Länder optimal zu nutzen. KMU hingegen verfügen eher selten über Mittel und Möglichkeiten einen nachhaltigen Internationalisierungsprozess anzustoßen. Schon das Fehlen einer geeigneten Internationalisierungsstrategie, geeigneter Informationen über fremde Märkte oder eines Ansprechpartners vor Ort, kann eine große Hürde für KMU sein. Häufig fehlt es auch an qualifiziertem Personal mit internationaler Erfahrung, das für ein Agieren auf den internationalen Märkten besonders wichtig ist.
Es sind eine Vielzahl grenzüberschreitender Aktivitäten, die heute unter dem Wort Internationalisierung zusammengefasst werden, vom Aufbau eines kleinen Vertriebsnetzes bis hin zum Betreiben eines komplexen internationalen Forschungs- und Entwicklungsteams. Unternehmen nutzen ihre internationale Vernetzung zur Aneignung von Wissen und Kompetenzen, um damit neue, individuell an den jeweiligen Markt angepasste Dienstleistungen und Produkte zu schaffen.
Unterstützung der KMU durch Cluster-Initiativen – gemeinsam Handeln

Diese fehlenden Ressourcen können durch gemeinsames Handeln in einem passenden Netzwerk aufgefangen werden. Passende Netzwerke hierzu finden die KMU in Baden-Württemberg beispielsweise in über 100 regionalen Cluster-Initiativen, in denen sie zusammen mit weiteren innovativen Partnern in einem bestimmten Kompetenzfeld zusammenarbeiten können. Mit Hilfe des Clustermanagements können bspw. Lücken in den Wertschöpfungs- und Innnovationsketten erkannt und darauf aufbauend mögliche internationale Partner ermittelt werden. Zudem können Informationen und Erfahrungen über verschiedene Länder gemeinschaftlich zusammengetragen und ausgetauscht werden.

Es gibt also eine Menge Handlungsmöglichkeiten für das Clustermanagement, den Internationalisierungsprozess ihrer Mitglieder zu unterstützen. Wichtig ist es dabei zwischen Maßnahmen auf der Clustermanagement- und Clusterakteurs-Ebene zu unterscheiden. Die Internationalisierungsaktivitäten auf der Cluster-Management-Ebene sind solche Aktivitäten, die das Clustermanagement eigenständig, d. h. ohne Beteiligung der Clusterakteure realisieren kann, wie beispielsweise Präsentation des Clusters auf internationalen Konferenzen und Messen. Die Maßnahmen auf der Clusterakteurs-Ebene dagegen sind solche Maßnahmen, die eine aktive Beteiligung von Clusterakteuren erfordern. Es geht dabei stets – ob mittelbar oder unmittelbar – um die Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Clusters als Ganzes sowie um Perpetuierung der Internationalisierungsprozesse der Clusterakteure

Partnerschaften aufbauen – Erfahrungen anderer Cluster-Initiativen nutzen
Die Internationalisierung auf der Clustermanagement-Ebene ist in der Regel der erste Schritt für eine Cluster-Initiative, grenzüberschreitende Aktivitäten aufzubauen. Dabei baut das Clustermanagement neue Kontakte zu Cluster-Initiativen aus dem Ausland auf. Solche Partnerschaften können für die Cluster-Initiativen in zweierlei Hinsicht relevant sein: Zum einen können erste Verbindungen zu Partnern im Ausland geknüpft werden, um mehr über die innovativen und wirtschaftlichen Potenziale für die eigenen Mitgliedsunternehmen zu erfahren, zum anderen können die Clustermanager ihre positiven und negativen Erfahrungen austauschen, um ihre eigenen Dienstleistungen zu optimieren und an die Bedarfe der Unternehmen und Forschungseinrichtungen anzupassen.

Internationalisierungsstrategie – den gemeinsamen Nenner finden
Schwieriger wird es für das Clustermanagement, wenn es die Internationalisierungsprozesse ihrer Mitgliedsunternehmen gezielt verstärken will. Denn trotz vieler Überschneidungen kann die Interessenslage der Unternehmen im Themenfeld Internationalisierung auch innerhalb einer Cluster-Initiative stark variieren. Jedes Unternehmen steht bei seinem Internatio-nalisierungsprozess vor ganz individuellen Herausforderungen.
Eine gut ausgearbeitete Internationalisierungsstrategie kann deshalb Cluster-Initiativen dabei helfen, einen gemeinsamen Nenner mit den weiteren Clusterakteuren zu finden sowie klare Ziele und Maßnahmen zu definieren. Dies bestätigt auch eine Untersuchung von 122 Clusterinitiativen aus elf verschiedenen europäischen Ländern. Diese hat gezeigt, dass der entscheidende Erfolgsfaktor für nachhaltige Internationalisierungsaktivitäten eine gut ausgearbeitete Strategie war.

Erhöhung der Sichtbarkeit: Von Partnern gefunden werden!
Es geht allerdings nicht nur darum, geeignete Innovationspartner im Ausland zu finden. Eine Cluster-Initiative sollte auch dazu beitragen, dass die KMU, F&E-Akteure und die weiteren Clusterpartner auch von ausländischen Partnern gefunden werden. Eine klare und einheitliche Außendarstellung kann dazu beitragen, die Sichtbarkeit einer Cluster-Initiative und ihrer Innovationskompetenzen deutlich zu erhöhen. Insoweit bietet die Internationalisierung die Chance, die besondere Profilierung des innovativen vertikalen und horizontalen Zusammenspiels der Clusterakteure in der Innovations- und Wertschöpfungskette zu schärfen.

Durch die Vielzahl von Cluster-Initiativen weltweit, wird es zudem immer schwieriger geeignete Kooperationspartner zu finden. Wenn auch ursprünglich nicht als Internationalisierungsmaßnahme geplant, zeigt sich doch, dass das Qualitätslabel Cluster-Exzellenz Baden-Württemberg (bzw. das European Cluster Excellence Gold Label) erheblich zu grenzüberschreitenden Kooperationen beigetragen hat. Denn die Kooperationspartner wissen, dass hinter einem Qualitätslabel eine funktionierende und seriöse Cluster-Initiative steht, die in der Lage ist komplexe Kooperationsprojekte zu managen

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